Aal

Illustration zu Aal
Bild im Kopf, wörtlich genommen.

Bedeutung

Ein langer, schlangenähnlicher Fisch

Beispiel

„Der Aal glitt zwischen den Bärentatzen hindurch“

Natürlich windet sich weit vorne im deutschen Wörterbuch der Aal. Am Anfang war der Aal. Zumindest hört sich sein Name so an, als wäre der Aal das erste Wesen gewesen, das der Ursuppe vor hunderten Millionen Jahren entschlüpfte. Ohne sie je ganz zu verlassen.

Zwei A, ein L, fertig ist ein Fisch mit auffallend viel Strecke pro Buchstabe. Ohne das Doppel-A würde er zu den kürzesten Worten der deutschen Sprache gehören — und hätte dafür viel zu wenig Platz zum Schlängeln. Das englische eel ist übrigens kein zufälliger Nachbar aus dem Aquarium, sondern mit Aal verwandt. Beide Wörter gehen auf gemeinsame germanische Vorformen zurück.

Seine sprichwörtliche Glätte ist dabei keine reine Verleumdung. Aale besitzen eine schleimige Haut und winzige, tief sitzende Schuppen — wer einen fassen will, hat ungefähr so gute Chancen wie jemand, der einen Pudding an die Wand nageln möchte. Deshalb windet sich auch ein Mensch „wie ein Aal“, wenn Kritik auftaucht: Er antwortet, entgleitet, ist plötzlich nicht zuständig. Greifen zwecklos.