Beffchen (veraltet "Bäffchen")

Illustration zu Beffchen (veraltet "Bäffchen")
Bild im Kopf, wörtlich genommen.

Bedeutung

Ein weißer, gefältelter Stoffkragen, wie ihn Pfarrer, Richter oder Anwälte zur Amtstracht tragen.

Beispiel

„Der Pfarrer richtete vor der Predigt sein Beffchen.“

Kaum ein Kleidungsstück klingt so unpassend zu seiner Feierlichkeit wie das Beffchen. Wer das Wort zum ersten Mal hört, erwartet eher ein überraschtes „baff!“ oder ein kleines Äffchen, das sich um den Hals eines Würdenträgers geschlichen hat und dort nun, weiß gefältelt und erstaunlich diszipliniert, einer Predigt lauscht.

Tatsächlich führt die Spur ganz woandershin: Beffchen geht über das Französische bavette auf ein Wort für Lätzchen zurück. Und bavette hängt mit bave zusammen, dem französischen Wort für Speichel. Das feierliche Halsstück, das in Kirche und Gericht Würde ausstrahlen soll, heißt sprachlich also ungefähr: kleines Sabberlätzchen.

Damit wirkt es weniger wie ein Amtsabzeichen als wie eine vorsorgliche Serviette für besonders merkwürdige Worte. Beim Lesen dieses Buches kann man also ein Beffchen gut gebrauchen!