Empörung

Bedeutung
Heftiger moralischer Unwille über etwas als unrecht oder unangemessen Empfundenes.
Beispiel
„Empörung über die Entscheidung der Stadtverwaltung.“
Bild im Kopf
Bei Empörung bleibt niemand einfach sitzen. Das Wort hängt mit dem älteren Verb empören zusammen, das ursprünglich so viel wie „in die Höhe heben“ oder „in Aufruhr bringen“ bedeutete. Wer empört ist, wird also sprachlich erst einmal zum Empor-Kömmling — innerlich, moralisch und meist auch ein kleines Stück aus dem Sessel.
Die Zeitung hat daraus eine zuverlässige Bewegungsform gemacht: Tag für Tag gibt es „Empörung über …“ Beschlüsse, Statements, Fotos, Fehltritte und gelegentlich über die Empörung der anderen. Überall schnellen Menschen gleichzeitig hoch, nicht unbedingt körperlich, aber mit hochgezogenen Augenbrauen, schüttelnden Lefzen und dem dringenden Wunsch, dass jemand endlich etwas dazu sagt.
Das Synonym Entrüstung klingt dagegen, als müsse man vor dem Protest zunächst seine Rüstung ablegen. Tatsächlich steckt darin aber die Rüstung im Sinn von „Ausrüstung“: Wer entrüstet ist, hat seine innere Schutzschicht schon abgelegt und steht nun wehrlos vor der Unverschämtheit der Welt. Empörung ist da praktischer. Sie hebt einen wenigstens noch ein wenig an.