grimmig

Illustration zu grimmig
Bild im Kopf, wörtlich genommen.

Bedeutung

Mürrisch, verärgert, mit dauerhaft schlechter Laune — oft sichtbar im Gesicht und hörbar im Ton.

Beispiel

„Der Nachbar schaute grimmig über den Zaun.“

Bild im Kopf

Grimmig klingt, als hätte jemand die Brüder Grimm persönlich beleidigt — und das Gesicht hätte den Rest erledigt. Die Stirn legt Falten an, der Mund wird zur Linie, und der Blick sagt: Hier ist gerade niemand zu sprechen. Wörtlich genommen trägt man den Grimm im Gesicht wie eine Amtsuniform.

Das Wort hängt mit altem Zorn zusammen: Grimm als Ingrimm, als innere Wut, die nicht laut explodiert, sondern leise vor sich hin arbeitet. Wer grimmig ist, knurrt nicht unbedingt wie ein Knurrhahn — er schweigt oft, und genau das macht die Atmosphäre eng.

Kinderbücher haben die Grimms versöhnt. Die Alltagssprache nicht. Dort bleibt grimmig das Adjektiv für Menschen, die aussehen, als stünde hinter der nächsten Tür mindestens ein böser Wolf — und als wäre man selbst schuld, dass er hungrig ist.