Gugelhupf
Bedeutung
Ein ringförmiger Rührkuchen mit charakteristischer Riffelform, gebacken in einer speziellen Gugelhupfform.
Beispiel
„Zum Kaffee gab es einen frisch gebackenen Gugelhupf.“
Bild im Kopf
Gugelhupf zerfällt wörtlich in Gugel — eine mittelalterliche Kapuze — und Hupf, das Hüpfen. Ein Kuchen also, der nichts anderes ist als eine hüpfende Kapuze, die sich zufällig in Kuchenform verwandelt hat und nun geduldig auf dem Kaffeetisch steht. Das Loch in der Mitte ist dabei kein Backfehler, sondern die Absprungstelle.
Vor dem inneren Auge springt die Gugel tatsächlich — leicht wackelnd in ihrer geriffelten Form, mit Puderzucker bestäubt wie Raureif auf einer Wintermütze. Beim Anschneiden hüpft sie kurz zur Seite, bevor sie sich in Scheiben ergibt. Die Gäste am Tisch tun so, als sei das völlig normal, und greifen beherzt zu, während die Kapuze auf ihren Tellern noch ein letztes Mal zittert.
Dass ausgerechnet ein mittelalterliches Kleidungsstück und eine Hüpfbewegung zusammen einen der solidesten Kaffeetafel-Klassiker ergeben, wird beim Reinbeißen erstaunlich schnell vergessen — Kuchen schlägt Etymologie zuverlässig.