händeringend

Illustration zu händeringend
Bild im Kopf, wörtlich genommen.

Bedeutung

Mit großer Dringlichkeit oder Verzweiflung.

Beispiel

„Handwerksbetriebe suchen händeringend neue Mitarbeiter.“

Wer händeringend Fachkräfte sucht, lässt seine Hände nicht etwa gegeneinander antreten. Gemeint ist eine Verzweiflungsgeste: Die Hände werden ineinander verschränkt und unruhig gegeneinander gedreht, als versuchten sie, aus eigener Kraft eine Lösung aus sich herauszukneten.

Das Englische macht das Bild sogar noch deutlicher: to wring one’s hands bedeutet ebenfalls, sich verzweifelt die Hände zu winden. Im Deutschen steckt diese ganze körperliche Notlage praktischerweise in einem einzigen Wort. Die Hände arbeiten bereits hektisch, während der Rest des Menschen noch versucht, eine Stellenanzeige zu formulieren.

Für den Handwerksmeister ist das allerdings unpraktisch. Kommt tatsächlich ein Azubi zum Vorstellungsgespräch, müsste er zur Begrüßung erst den erbitterten Handknoten lösen. Ein Handwerks-Chef, der keinen Händedruck zustande bekommt, ist für die meisten Azubis nicht attraktiv.