irre

Illustration zu irre
Bild im Kopf, wörtlich genommen.

Bedeutung

Umgangssprachlich: enorm, unglaublich, verrückt — oft als Ausdruck von Staunen oder Empörung.

Beispiel

„Total irre! | Verhindert dieser Hamster den DFB-Neubau?“

Bild im Kopf

Irre ist längst nicht mehr nur eine Diagnose für einen verwirrten Geisteszustand, sondern das amtliche Sirenengeräusch der Boulevard-Schlagzeile. Etwas ist zu groß, zu klein, zu teuer oder auffällig hamsterförmig? Schon ist es ein irrer Fall für die Schlagzeile.

Dabei steckt in irre ursprünglich vor allem Orientierungslosigkeit. Wer irrt, findet den Weg nicht oder liegt mit einer Annahme daneben; wer jemanden in die Irre führt, schickt ihn gezielt auf einen falschen Pfad. Und wer vom falschen Pfad nicht mehr herunter findet, der irrlichtert.

So bedeutet irre heute oft einfach „außergewöhnlich“. Aber ein kleiner Rest des alten Sich-Verirrens bleibt erhalten: Nach einer wirklich irre formulierten Überschrift ist man zwar alarmiert — nur leider noch nicht unbedingt klüger.