johlen

Illustration zu johlen
Bild im Kopf, wörtlich genommen.

Bedeutung

Laut, ungezügelt und meist im Chor schreien oder rufen, oft aus Begeisterung oder Übermut.

Beispiel

„Die Menge im Oktoberfest-Zelt johlte bierseelig.“

Johlen ist lautmalerisch gebildet: Es soll also nicht besonders vornehm klingen, sondern ungefähr so, wie das Geräusch selbst wirkt. Das lange, offene O zwingt den Mund schon beim Aussprechen in jene Form, die man später auch für ein ausdauerndes „Jooooo!“ benötigt. Die Grammatik kann in diesem Moment getrost draußen warten.

Wer johlt, übermittelt normalerweise keine konkrete Nachricht. Es gibt keine Vokabeln, keine Satzzeichen, nur einen langgezogenen Laut irgendwo zwischen Jubel und Alarm. Allein kann man allerdings schlecht johlen. Erst im Kollektiv wird der Ausstoß einfältiger Begeisterung zum Johlen.

Die natürlich Umgebung des Johlens befindet sich im Stadion, auf dem Jahrmarkt oder in einer Oktoberfest-Zeltgemeinschaft. Wer am nächsten Tag Erinnerungen vermisst, aber von einem heiseren Hals geplagt wird, der weiß zumindest, dass er gejohlt hat.