Tümpel

Illustration zu Tümpel
Bild im Kopf, wörtlich genommen.

Bedeutung

Kleines, oft stehendes Gewässer — seicht, begrenzt, manchmal trüb.

Beispiel

„Hinter der Scheune lag ein Tümpel voller Kaulquappen.“

Bild im Kopf

Ein Tümpel ist sprachlich zunächst keine besonders kleine Ausgabe eines Sees, sondern eine Vertiefung: Das Wort geht auf niederdeutsche Formen für Mulde oder Wasserloch zurück. Erst dann kommt das Wasser hinzu und macht aus der Bodenunebenheit einen Ort, an dem Kaulquappen wohnen und Gummistiefel ihre Würde verlieren.

Zum Dümpeln passt der Tümpel deshalb ausgezeichnet. Wer dümpelt, bewegt sich zwar noch, aber mit dem entschlossenen Tempo eines Blattes, das nicht weiß, ob es gerade reist oder nur nass wird. Im Tümpel ist diese Haltung sogar landschaftlich organisiert: kein Strom, kein Horizont, kein dramatischer Wellengang — nur ein kleines Wasserbecken, das den Ehrgeiz offenbar am Ufer abgeben musste.

Kaulquappen finden das vollkommen ausreichend. Erwachsene nennen denselben Zustand Stillstand und schauen vorsichtshalber nach, ob ihnen schon feuchtes Moos an den Schuhen wächst.