Bürgersteig

Illustration zu Bürgersteig
Bild im Kopf, wörtlich genommen.

Bedeutung

Der befestigte Gehweg am Straßenrand, reserviert für Fußgänger.

Beispiel

„Bitte bleiben Sie auf dem Bürgersteig.“

Bürgersteig klingt, als sei der Weg am Straßenrand eine ausgesprochen exklusive Einrichtung: ein Steig für Bürger. Wer ihn betreten möchte, müsste demnach erst kurz seine Zugehörigkeit zur Stadtgesellschaft nachweisen — Personalausweis, Meldebescheinigung, vielleicht ein entschlossenes Nicken Richtung Rathaus.

Tatsächlich meinte Bürger ursprünglich nicht einfach jeden Menschen, der gerade Schuhe trägt, sondern einen Einwohner mit bestimmten Rechten in einer Stadt. Der Bürgersteig war also sprachlich durchaus ein Weg für die städtische Bevölkerung — im Gegensatz zur Fahrbahn, auf der Pferde, Wagen und sonstiger Verkehr ihr wesentlich schlammigeres Leben führten.

Heute ist das Wort regional verschieden beliebt. Im Norden heißt der Gehweg oft ganz selbstverständlich Bürgersteig, weiter südlich eher Gehweg oder Gehsteig. Das Englische ist mit sidewalk nüchterner: Dort liegt der Weg einfach an der Seite. Der deutsche Bürgersteig dagegen verleiht selbst dem Gang zum Kiosk noch einen Hauch kommunaler Würde.