durchschlüpfen

Illustration zu durchschlüpfen
Bild im Kopf, wörtlich genommen.

Bedeutung

Sich durch eine enge oder eigentlich verschlossene Stelle hindurchbewegen, meist unbemerkt oder gerade noch rechtzeitig.

Beispiel

„Er ist einfach durch das Loch im Zaun geschlüpft.“

Durchschlüpfen braucht eine Lücke, die sich ein wenig gegen einen sträubt. Wer einfach hindurchgeht, nutzt einen normalen Durchgang; zum Schlüpfen gehört immer ein bisschen mehr. Die Öffnung ist eigentlich zu klein. Es geht gerade so. Und oft soll es möglichst unbemerkt passieren.

Besonders deutlich wird das an einer halb geschlossenen Zugtür. Man kann noch durchkommen, aber nur, indem man sich seitlich macht und so tut, als sei das alles vollkommen geplant gewesen. Das Verb beschreibt also nicht bloß Bewegung von einer Seite zur anderen. Es enthält bereits die leichte Eile, die Enge und den Verdacht, dass dieser Spalt eigentlich nicht mehr für Menschen gedacht war.

Das Wort schlüpfen steckt auch in Dingen, in die man selbst hineinschlüpft: Schuhe, Jacken oder Hosen. Besonders im Osten Deutschlands heißt die Unterhose bis heute oft Schlüpfer. Das Kleidungsstück trägt seinen Namen also nicht wegen seiner Form, sondern wegen der vorgesehenen Benutzung. Hier ist das Schlüpfen stets erlaubt, im Unterschied zu mancher Lücke.