Lustmolch

Illustration zu Lustmolch
Bild im Kopf, wörtlich genommen.

Bedeutung

Umgangssprachlich abwertend: jemand, der seine sexuelle Begierde allzu sichtbar auslebt.

Beispiel

„An der Bar hing schon wieder dieser Lustmolch.“

Bild im Kopf

Warum ausgerechnet ein Molch? Warum nicht die Kröte, die ohnehin den schlechteren Ruf hat? Der Lustmolch kriecht feucht durch die Umgangssprache, als hätte die Begierde extra ein Amphibium bestellt: kalt, glitschig, immer ein Stück zu nah am Ufer der Anständigkeit.

Der Molch ist kleiner als der Drache und peinlicher als die Schlange. Er taucht auf, wo man ihn nicht bestellt hat, und hinterlässt den Eindruck von feuchten Händen. Die Kröte hätte denselben Dienst tun können — dicklich, unschön, schwer zu streicheln. Die Sprache entschied sich für den Molch: weniger Märchen, mehr Aquarium. Wer so genannt wird, ist kein Ungeheuer. Er ist nur unverhältnismäßig feucht interessiert.