Lustmolch

Illustration zu Lustmolch
Bild im Kopf, wörtlich genommen.

Bedeutung

Umgangssprachlich abwertend: jemand, der seine sexuelle Begierde allzu sichtbar auslebt.

Beispiel

„An der Bar hing schon wieder dieser Lustmolch.“

Bild im Kopf

"Molche, fort von hier!" hieß es schon bei Shakespeare und Felix Mendelssohn-Barthololdy. In einen Lustgarten scheint das friedliche aber unprätentiöse Tier tatsächlich nciht zu passen. Der Lustmolch kriecht feucht durch die Umgangssprache, als hätte die Begierde beim Tierhandel ausdrücklich ein Amphibium bestellt: kalt, glitschig und immer ein Stück zu nah am Ufer der Anständigkeit.

Warum ausgerechnet ein Molch? Warum nicht die Kröte, die ohnehin den schlechteren Ruf hat? Biologisch ist die Wahl sogar erstaunlich passend. Bei vielen Molcharten umwirbt das Männchen das Weibchen mit einem kleinen Balztanz und fächelt ihm mit dem Schwanz Duftstoffe zu. Der echte Molch steht also keineswegs bloß herum und hinterlässt einen Eindruck von feuchten Händen; er betreibt eine sehr spezielle Form der Werbung.

Die Kröte hätte als Schimpftier ebenfalls funktioniert: dicklich, unschön, schwer zu streicheln. Doch der Molch ist kleiner, weniger märchenhaft — eher Aquarium als Drache.