Nüstern

Illustration zu Nüstern
Bild im Kopf, wörtlich genommen.

Bedeutung

Die Nasenöffnungen, besonders bei Tieren — und gehoben auch beim Menschen, wenn die Nase dramatisch werden soll.

Beispiel

„Das Pferd blähte die Nüstern.“

Bild im Kopf

Nüstern sind zunächst einmal die besseren Nasenlöcher. Nasenlöcher klingen nach Taschentuch, Pollenflug und der dringenden Frage, ob da noch etwas sitzt. Nüstern dagegen nach Galopp, kalter Morgenluft und einem Pferd, das soeben beschlossen hat, niemandem mehr etwas zu erklären.

Fast immer treten Nüstern im Paar auf, weit geöffnet, dampfend und zu bedeutungsvoller Handlung bereit. Bei Menschen erscheinen sie vor allem dann, wenn ein Text plötzlich literarisch wird. Niemand bläht im Alltag die Nüstern, weil der Bus zu spät kommt. In einem Roman reicht dagegen ein beleidigter Blick, und schon beben sie vor Zorn.

Nicht nur das Pferd hat allerdings Nüstern: sie teilen sie sich mit Esel, Zebra und Nashorn, den anderen Unpaarhufern. Diese können wegen eines extrem langen Gaumensegels gar nicht durch das Maul atmen, und so sind die Nüstern normalen Nasenlöchern nicht nur optisch überlegen: sie sind gleichzeitig Riech-, Tast und alleiniges Atemorgan.