quetschen

Bedeutung
Unter Druck zusammendrücken, bis etwas nachgibt — Früchte, Akkordeons, Menschen in der U-Bahn.
Beispiel
„In der Bahn wurden alle zusammengequetscht.“
Bild im Kopf
Quetschen ist ein Wort, das keinen Zweifel an seiner Arbeitsweise lässt: Es drückt so lange, bis der verfügbare Raum plötzlich nur noch eine Erinnerung ist. Bei einer Zitrone tritt Saft aus, beim Akkordeon Musik und in der U-Bahn meist ein leises, aber sehr bestimmtes „Entschuldigung“.
Die Quetschkommode heißt so, weil ihr Balg tatsächlich zusammengedrückt wird. Mit einer Kommode hat sie ungefähr so viel zu tun wie ein Schrank mit einem Polka-Walzer: gar nichts. Auch der Quetschie, also der Beutel mit Fruchtmus, erfüllt seinen Namen vorbildlich. Man drückt unten, oben erscheint Apfel-Banane — die Tube als Obstlieferant.
Sprachgeschichtlich meinte quetschen schon im Althochdeutschen etwas wie drücken, stoßen oder zermalmen. Das Wort war also von Anfang an kein freundliches Platzangebot. Wer etwas quetscht, macht es kleiner, als es sein möchte. Wer gequetscht wird, darf immerhin darauf hoffen, nicht wie ein Quetschie zu enden.