Schmuck

Illustration zu Schmuck
Bild im Kopf, wörtlich genommen.

Bedeutung

Wertvolle oder dekorative Gegenstände, die am Körper getragen werden — Ketten, Ringe, Ohrringe.

Beispiel

„Zur Premiere trug sie auffälligen Schmuck.“

Schmuck klingt im Deutschen erstaunlich wenig nach Samtkissen, Juwelierlicht und einer Versicherungssumme, bei der selbst die Zimmerpflanze nervös wird. Das Englische hat jewellery, das Französische bijou — beides Wörter, die schon beim Aussprechen eine kleine Vitrine verlangen. Schmuck hingegen könnte auch ein handlicher Kiesel sein, den man beim Wandern versehentlich einsteckt.

Dabei steckt darin ursprünglich durchaus Eleganz. Schmuck gehört zu schmuck im Sinn von „hübsch, geschniegelt, ansehnlich“: Ein „schmuckes Haus“ ist keineswegs mit Ketten und Ohrringen behängt, sondern einfach besonders ordentlich und hübsch. Der Schmuck war also zuerst nicht das Glitzerzeug selbst, sondern das, was jemanden oder etwas schmuck aussehen ließ.

Eine überraschende Verwandte wohnt im Englischen: smug bedeutete ursprünglich ebenfalls etwa „gepflegt“ oder „adrett“. Erst später wurde daraus das selbstzufriedene Grinsen eines Menschen, der vermutlich seinen Ring poliert, während alle anderen noch nach dem Schlüssel suchen. Schmuck ist sprachlich also weniger ein funkelnder Schatz als ein alter Ausdruck für geschniegelt — nur mit deutlich besserer Chance, am Hals zu landen.